Donnerstag, 27. April 2017

Das Kindergartenteam

Momentan verbringe ich einige Wochen in Deutschland, um u.a. in verschiedenen Gruppen und Gemeinden über unsere Arbeit zu
berichten. Viele fragen mich, ob und wie die Kindergartenarbeit weitergeht, während ich in Deutschland bin.
In den letzten zwei Jahren hat sich ein gutes Team gebildet. Ich konnte drei Kindergartenmütter, die also im Slum von Solid Cement leben, sowie eine weitere junge Frau (welche als Kind mehr oder weniger auf der Straße aufwuchs) anlernen. Drei der Frauen sind für die Betreuung der Kinder, die vierte Frau für die Essensvorbereitungen und
Putzen zuständig.
Inzwischen sind die Frauen alle gläubig und sie sind sehr gut in die Arbeit hineingewachsen. Sie sind motiviert, vertrauenswürdig und ergreifen Initiative. Es ist ein sehr gutes Miteinander. Bereits im letzten Jahr haben sie die Arbeit selbständig weitergeführt, während
ich in Deutschland war, so auch momentan. Auch die anderen Programme wie Hausbesuche, Müttergruppe usw. werden von den
Mitarbeiterinnen bzw den Freiwilligen aus der Gemeinde nach wie vor weitergeführt.
Eine der Frauen im Team ist Anna (Name geändert). In der Provinz
in einer armen Familie aufgewachsen, wurde sie als Jugendliche
nach Manila geschickt, um dort in einer Bäckerei zu arbeiten.
Durch eine Freundin bekam sie Kontakt zu Missionaren, die sie
damals als Pflegetochter aufnahmen und ihr eine Ausbildung
ermöglichten. Sie lebte fünf Jahre in der Missionarsfamilie mit und wurde in dieser Zeit gläubig. Nach ihrer Ausbildung heiratete sie
und lebt seitdem mit ihrer Familie in Solid Cement. Als Anna
eines Tages ihre kleine Tochter zur Untersuchung in unsere
Arztpraxis brachte, fiel sie den Mitarbeiterinnen durch ihr Verhalten und Umgang mit ihrer Tochter positiv auf.
Als wir für Mitarbeiterinnen für den Kindergarten beteten, kam meiner rumänischen Kollegin diese junge Mutter in den Sinn.
Allerdings konnte sich keiner an ihren Namen erinnern und
niemand wusste, wo sie wohnte (der Slum ist ziemlich groß). Kurze Zeit später tauchte sie dann wieder auf in der Arztpraxis und wir konnten ihr von unserer Vision erzählen. Wir erfuhren, dass sie
Christ ist und sich schon lange gewünscht hatte, in einem christlichen Dienst mitzuarbeiten. Somit boten wir ihr an bei uns miteinzusteigen, zunächst zeitlich begrenzt. Schnell merkte ich, dass Anna sehr viel Potential hat und vor allem auch ein großes Herz für die Kinder und Mütter in ihrer Nachbarschaft. Inzwischen ist sie fest angestellt und hat im Kindergarten die stellvertretende Leitung. Sowohl Anna, als auch ihr Mann, sind in der Gemeinde sehr aktiv. Sie haben immer ein offenes Haus für Kinder in Not. Obwohl sie selber nicht viel haben, weisen sie kein Kind ab, welches zu ihnen kommt und Hunger hat und u.U. auch mal einen Schlafplatz für eine Nacht braucht. Sie sind ein großer Segen für viele Familien im Slum und auch für unseren Dienst.

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