Donnerstag, 14. Dezember 2017

Unterwegs im Slum

In den letzten Tagen waren wir als Team im Slum unterwegs. An verschiedenen Plätzen führten wir Kindergottesdienste und Hausbesuche durch und gaben Weihnachtsgeschenke an insgesamt 500 Kinder aus. Die Kinder haben sich riesig gefreut!
Die Mitarbeiterinnen des Kindergartens haben die Einsätze mit Begeisterung durchgeführt. Ich bin so dankbar für die Frauen. Sie sind immer bereit eine Extrameile zu gehen, um den Kindern im Slum zu helfen und sie mit dem Evangelium zu erreichen!

Sonntag, 26. November 2017

"Das ist für meine Mama"

Bei uns haben die Weihnachtsaktivitäten für die Kinder im Slum begonnen. Durch diverse Weihnachtsfeiern, mobile Kinderkirchen und Hausbesuche im Slum werden wir in den nächsten Wochen mehrere hundert Kinder mit dem Evangelium erreichen und sie beschenken können.
Gestern hatten wir die erste Weihnachtsfeier für die Kindergartenkinder. Diese wurde von einem lokalen Versicherungsbüro gesponsort. Zum Mittagessen gab es Spagettis und Hühnchen von "Jollibee", einer philippinischen Fastfood Kette.
Jedes Kind auf den Philippinen liebt Jollibee und für die Kinder im Slum ist dies etwas ganz Besonderes. Dementsprechend begeistert waren sie, als sie das Essen sahen.
Obwohl die Kinder alle hungrig waren und für etliche das Mittagessen im Kindergarten die letzte Mahlzeit am Tag ist, aßen die meisten nur eine Gabel voll Spagettis. Dann packten sie alles sorgfältig zusammen und bestanden darauf, den Rest mit nach Hause zu nehmen. Sie wollten es mit ihren Geschwistern und Eltern teilen. Ein Junge sagte: "Das bringe ich meinem Papa mit. Der ist krank, das hilft ihm vielleicht wieder gesund zu werden." Ein anderer Junge murmelte vor sich hin: "Das will ich der Mama geben. Das ist für meine Mama."
Es hat uns sehr berührt, dass sie das Essen kaum anrührten, um es mit ihrer Familie zu teilen!


Montag, 18. September 2017

Der Spielplatz

Schon vor unserem Umzug in das neue Gebäude haben wir von einem kleinen Spielplatz geträumt. Öffentliche Spielplätze gibt es hier so gut wie keine und schon gar nicht in einem Slumgebiet.
Vor Kurzem war es endlich soweit: die Spielgeräte wurden geliefert
und aufgebaut. Die Freude der Kinder und Mütter war filmreif! Selbst ein Vater kam und fragte, ob er sich zusammen mit seiner Tochter vor den Spielgeräten fotografieren lassen könnte.
Seitdem wird der Spielplatz rege genutzt, entweder von den Kindergartenkindern oder von den kleinen Patienten, die auf ihre Untersuchung warten, während der Praxiszeiten.
Es ist eine Freude den Kindern beim Klettern und Rutschen zuzuschauen und zu sehen, wie begeistert sie sind!
Ein großes Dankeschön an alle, die dieses Projekt durch Spenden ermöglicht haben!

Montag, 4. September 2017

Music is fun!

Die meisten unserer Kindergartenkinder sind sehr vernachlässigt
und zurückgeblieben in ihrer Entwicklung. Es ist leider keine Seltenheit, dass wir 3-Jährige aufnehmen, die noch kein Wort
sprechen. Es ist immer wieder eine Herausforderung, Wege zu finden, die Kinder zu fördern. Musik ist ein fantastisches Mittel, um Kinder in allen möglichen Bereichen zu fördern und ein fester Bestandteil unseres Kindergartenalltags.
Letzte Woche hatten wir Bethel Schnitzlein zu Besuch, die
musikpädagogisch mit Kindern arbeitet. "Music is fun!", so lautete der Workshop, den sie für unsere Kindergartenkinder durchführte. Drei Stunden lang wurden Lieder, Bewegung und Rhythmik erarbeitet. Die Kinder hatten großen Spaß dabei und konnten viel lernen!

Sonntag, 2. Juli 2017

Ein ganz normaler Samstag...

Samstags ist bei uns einiges los. Es kommen insgesamt an die 70 Kinder und Jugendliche aus dem Slum, um an den verschiedenen
Programmen teilzunehmen.
Da sind die Kindergartenkinder und auch einige ehemalige Kindergartenkinder, die samstags mitkommen dürfen, weil sie ja keine Schule haben.
Dann gibt es eine Gruppe von 9-12 Jährigen, die zu unserem sog.
Health Club kommen. Hier lernen die Kinder Grundlagen von Ernährung, Hygiene und sogar Erste Hilfe. Zum Beispiel bekommen sie beigebracht, wie man eine Elektrolytlösung mischt, wenn jemand in der Familie Durchfall hat und wie man Wunden versorgt. Der Kurs dauert drei Monate und am Ende bekommen sie eine Urkunde, ein Tshirt und ein Erste Hilfe Paket für ihre Familie.
Wenn die Kinder wollen, haben sie anschließend die Möglichkeit an
dem sog. Bible Club teilzunehmen. Dieses Angebot wird normalerweise von fast allen Kindern angenommen. Auch dieser streckt sich über 3 Monate und die Kinder gehen chronologisch durch die Bibel. Dazu gibt es Spiele, Videos, es wird gebastelt und gesungen. Auch hier gibt es zum Abschluss eine Urkunde und jedes Kind bekommt eine Bibel geschenkt. Nachdem die Gruppe beide Kurse durchlaufen hat, werden die Kurse für eine neue Gruppe Kinder gestartet.
Die Kinder, die den Bibelkurs abgeschlossen haben, können dann in die Jugendgruppe kommen, die sich auch samstags in unserem
Jugendraum trifft. Hier bieten wir eine Art Alphakurs für Jugendliche an. Außerdem haben wir eine kleine Bücherei und mehrere Computer mit Lernprogrammen, die den Jugendlichen zur Verfügung stehen um Englisch zu lernen.
Immer wieder haben wir samstags auch Freiwillige oder Gruppen aus verschiedenen Gemeinden zu Besuch, die uns helfen und ein
Programm für die Kinder organisieren.
Gestern kam ein Team aus einer Baptistengemeinde, welches verschiedene Mal- und Bastelangebote für die Kinder durchgeführt hat. Hierzu konnten wir auch einige ältere Geschwister einladen.
Eine Medizinstudentin aus England, die gerade ein Praktikum bei uns macht, führt Aktivitäten mit den Jugendlichen durch und bringt ihnen Englisch bei.
Andere kommen, um den Geburtstag ihres Kindes bei uns im Kindergarten zu feiern.
Wir freuen uns sehr, dass unser Zentrum mit Leben gefüllt ist (auch an Wochentagen) und wir sehr viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit dem Evangelium und ganz praktischer Hilfe erreichen können.


Mittwoch, 28. Juni 2017

Mütterseminar

Heute kamen nicht die Kinder, sondern die Mütter in den Kindergarten. Wir haben sie zu einem zweitägigen Seminar zum Thema Missbrauch und Umgang mit Missbrauch eingeladen. Hierzu haben wir eine Sprecherin einer Organisation eingeladen, die therapeutisch mit Menschen in Slumgebieten arbeitet, welche traumatische Erlebnisse durchgemacht haben.
Leider ist Missbrauch ein Thema, welches uns immer wieder beschäftigt, weil es sehr viele Kinder (und auch Mütter) im Slum betrifft. Die Auswirkungen von Missbrauch ist vielen nicht
bewusst. Aus Angst und Scham wird vieles verheimlicht, verdeckt und als "Das ist doch nicht so schlimm, da wird das Kind schon drüber hinwegkommen- ich hab es schließlich auch überlebt." abgetan.
Bei dem Seminar ging es u.a. darum, Missbrauch zu definieren, zu erkennen und Betroffenen zu helfen, anstatt wegzuschauen. Es wurden ganz praktische Wege aufgezeigt, an wen man sich wenden kann und wie man Betroffene unterstützen kann. Es ging auch darum, die eigene Vergangenheit zu beleuchten.
Es gab so einige Aha-Momente und die Mütter waren sehr dankbar, dass wir das Seminar organisiert haben.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Kuchen backen

Unsere Kindergartenkinder sind anfangs oft sehr schüchtern und haben ein geringes Selbstwertgefühl. Zuhause werden sie selten bis nie gelobt und gefördert schon gar
nicht. Somit trauen sie sich wenig zu und scheuen sich, Neues auszuprobieren. Und Neues gibt es im Kindergarten ohne Ende. Es sind oft ganz einfache, alltägliche Dinge und Aktivitäten, die für die Kinder aber völlig unbekannt und damit beängstigend sind. Zum Beispiel Kuchen backen.
Gestern fragte ich vier der neuen Kinder, ob sie Lust hätten, mit mir einen Kuchen zu backen. Sie schauten mich mit großen Augen fragend an. Backen?? Damit konnten sie gar nichts anfangen und sie hatten keine Ahnung, was auf sie zukommen wird. Ich fordere die Kinder gerne heraus und setzte sie kurzerhand an den Küchentisch und band ihnen die Schürzen um. Ein Junge weigerte sich, die Schürze anzuziehen (man kann
ja nie wissen was passiert, wenn man so ein komisches Teil angezogen bekommt...). Ein anderes Mädchen hatte Tränen in den Augen. Die Jüngste war mehrmals kurz davor, vom Stuhl zu hüpfen und in den Gruppenraum zu rennen. Das vierte Kind
jedoch freute sich und bedankte sich sogar bei mir, dass ich ihr
"Backen" beibringen werde.
Als ich die Zutaten auf den Tisch stellte und sie fragte, ob sie
etwas davon kennen, schauten mich wieder acht Augen groß an- ein Mädchen konnte dann zumindest das Mehl benennen.
Zutaten abwiegen, Eier aufschlagen, Butter und Schokolade
schmelzen und dann alles mit einem Gerät, welches "Mixer" heißen soll, vermischen- wie soll denn daraus ein Kuchen werden?? Als wir den Teig fertig hatten, fragte ich die Kinder, was wir wohl nun tun müssen, damit das Ganze zu einem
Kuchen wird. Wieder schaute ich in ratlose Gesichter. Ein Mädchen hatte dann die Idee, die Schüssel in den Kühlschrank zu stellen. Ich fand dies eine gute Idee, schlug aber vor, den Teig vielleicht doch besser in den Ofen zu stellen.
Damit kam natürlich die Frage auf, was eigentlich ein Ofen ist, und wo sich dieser im Kindergarten befindet. Umso erstaunter waren sie, dass wir praktisch direkt neben dem Ofen saßen- diesen hatten sie noch gar nicht wahrgenommen. Als wir also die vier kleinen Kuchenformen endlich in den Ofen schoben und es anfing zu duften, wurde das Lächeln auf den Gesichtern immer größer. Und als sie am Ende "ihren" Kuchen verzieren und mit nach Hause nehmen durften, strahlten sie über beide Ohren hinaus!
Ich bin mir sicher, dass sie bei der nächsten Gelegenheit zu backen mit Begeisterung dabei sein werden.


Samstag, 3. Juni 2017

Schulanfang

Auf den Philippinen beginnt nächste Woche das neue Schuljahr. Von unseren Kindergartenkindern werden sieben Kinder eingeschult. Jedes dieser Kinder bekam heute
zum Abschied ein Fotoalbum mit Fotos aus der Kindergartenzeit. Die Filipinos lieben Fotos und somit freuen sich die Kinder und Mütter immer riesig über das Fotoalbum.
Als ich in den letzten Tagen die Fotos der vergangenen 2,5Jahre durchging,bin ich sehr dankbar geworden. Wie haben die Kinder sich verändert.
C. kam mit drei Jahren zu uns. Sie sprach kein Wort, war sehr schüchtern und fing schnell an zu heulen. Inzwischen ist sie ein sehr selbstbewusstes Mädchen geworden, die für ihr Leben gerne singt.
Auch H. war am Anfang sehr schüchtern und stand oft in der Ecke und hat die anderen Kinder nur beobachtet beim Spielen. Nach kurzer Zeit
taute sie auf. H. liebt Sport über alles und sie ist die erste, die ohne Furcht auf dem Klettergerüst bis ganz oben klettert. Ihre Mutter ist inzwischen gläubig geworden.
Z. hat uns immer wieder zum lachen gebracht mit seiner Schlagfertigkeit.
Wir sind dankbar für alles, was wir in das Leben dieser Kinder und ihrer Eltern investieren konnten.
In dieser Woche haben wir die erste Gruppe von (fünf) neuen Kindern aufgenommen, die zunächst nur für drei Stunden und mit ihrer Mutter in den Kindergarten kommen. Wenn diese Kinder sich eingewöhnt haben, werden wir weitere sechs Kinder aufnehmen. Mit knapp 30 Kindern wird es dann erst einmal wieder einen Aufnahmestop geben, obwohl die Warteliste sehr lang ist.

Donnerstag, 27. April 2017

Das Kindergartenteam

Momentan verbringe ich einige Wochen in Deutschland, um u.a. in verschiedenen Gruppen und Gemeinden über unsere Arbeit zu
berichten. Viele fragen mich, ob und wie die Kindergartenarbeit weitergeht, während ich in Deutschland bin.
In den letzten zwei Jahren hat sich ein gutes Team gebildet. Ich konnte drei Kindergartenmütter, die also im Slum von Solid Cement leben, sowie eine weitere junge Frau (welche als Kind mehr oder weniger auf der Straße aufwuchs) anlernen. Drei der Frauen sind für die Betreuung der Kinder, die vierte Frau für die Essensvorbereitungen und
Putzen zuständig.
Inzwischen sind die Frauen alle gläubig und sie sind sehr gut in die Arbeit hineingewachsen. Sie sind motiviert, vertrauenswürdig und ergreifen Initiative. Es ist ein sehr gutes Miteinander. Bereits im letzten Jahr haben sie die Arbeit selbständig weitergeführt, während
ich in Deutschland war, so auch momentan. Auch die anderen Programme wie Hausbesuche, Müttergruppe usw. werden von den
Mitarbeiterinnen bzw den Freiwilligen aus der Gemeinde nach wie vor weitergeführt.
Eine der Frauen im Team ist Anna (Name geändert). In der Provinz
in einer armen Familie aufgewachsen, wurde sie als Jugendliche
nach Manila geschickt, um dort in einer Bäckerei zu arbeiten.
Durch eine Freundin bekam sie Kontakt zu Missionaren, die sie
damals als Pflegetochter aufnahmen und ihr eine Ausbildung
ermöglichten. Sie lebte fünf Jahre in der Missionarsfamilie mit und wurde in dieser Zeit gläubig. Nach ihrer Ausbildung heiratete sie
und lebt seitdem mit ihrer Familie in Solid Cement. Als Anna
eines Tages ihre kleine Tochter zur Untersuchung in unsere
Arztpraxis brachte, fiel sie den Mitarbeiterinnen durch ihr Verhalten und Umgang mit ihrer Tochter positiv auf.
Als wir für Mitarbeiterinnen für den Kindergarten beteten, kam meiner rumänischen Kollegin diese junge Mutter in den Sinn.
Allerdings konnte sich keiner an ihren Namen erinnern und
niemand wusste, wo sie wohnte (der Slum ist ziemlich groß). Kurze Zeit später tauchte sie dann wieder auf in der Arztpraxis und wir konnten ihr von unserer Vision erzählen. Wir erfuhren, dass sie
Christ ist und sich schon lange gewünscht hatte, in einem christlichen Dienst mitzuarbeiten. Somit boten wir ihr an bei uns miteinzusteigen, zunächst zeitlich begrenzt. Schnell merkte ich, dass Anna sehr viel Potential hat und vor allem auch ein großes Herz für die Kinder und Mütter in ihrer Nachbarschaft. Inzwischen ist sie fest angestellt und hat im Kindergarten die stellvertretende Leitung. Sowohl Anna, als auch ihr Mann, sind in der Gemeinde sehr aktiv. Sie haben immer ein offenes Haus für Kinder in Not. Obwohl sie selber nicht viel haben, weisen sie kein Kind ab, welches zu ihnen kommt und Hunger hat und u.U. auch mal einen Schlafplatz für eine Nacht braucht. Sie sind ein großer Segen für viele Familien im Slum und auch für unseren Dienst.

Donnerstag, 13. April 2017

Ein Spielplatz für den Kindergarten

Momentan haben wir mal wieder die Bauarbeiter auf unserem Grundstück. Es war ein herzliches "Hallo", als die Arbeiter wiederkamen. Die meisten haben ja über Monate an unserem Gebäude gebaut und teilweise sogar auf dem Gelände gewohnt. Ein Arbeiter meinte
scherzhaft: "Uns werdet ihr wohl so schnell nicht los. Wir gehören ja schon zur Familie."
Unser Außengelände wird nun sicherer gemacht. So bekommen wir u.a. einen Sicherheitszaun, der fast einem Gefängniszaun gleicht- für deutsche Augen sehr gewöhnungsbedürftig, aber auf den Philippinen sind solche Maßnahmen leider nicht ganz so ungewohnt.
Auch unsere Mauer bekommt eine Verstärkung, damit wir noch besser vor möglichen Erdrutschen geschützt sind.
Wenn die momentanen Arbeiten fertiggestellt sind, würden wir gerne einen kleinen Spielplatz für den Kindergarten anlegen lassen. Hierfür haben wir bereits einen Kostenvoranschlag von einer Firma bekommen und wir planen, den Spielplatz Mitte oder gegen Ende des Jahres (je nach Wetterlage, denn dann ist Regen- und Taifunzeit) bauen zu lassen.
Wer den Bau des Spielplatzes finanziell unterstützen möchte, kann dies über mein Projektkonto tun:
Empfänger: VDM e.V.
Volksbank Syke
BIC GENODEF1SHR
IBAN DE33 2916 7624 0012 5776 00
Verwendungszweck: Hilfe für Kinder im Slum- AC367400