Dienstag, 19. April 2016

Hochsommer auf den Philippinen

Auf den Philippinen hat der Hochsommer begonnen. Momentan haben wir tagsüber zwischen 35 und 40 Grad im Schatten. 
In unserem Arbeitsgebiet ist es noch staubiger und die Hitze ist dort fast unerträglich. Oft frage ich mich, wie die Menschen es an solchen Tagen in ihren kleinen Hütten mit Blechdächern aushalten.
Unsere Kindergartenkinder werden von ihren Freunden und älteren Geschwistern beneidet. Vor kurzem wurden sie zum Schwimmen
eingeladen und im Kindergarten ist das Planschbecken im Dauereinsatz- eine willkommene Erfrischung bei den derzeitigen Temperaturen!

Samstag, 16. April 2016

Die Fußmatten...


Die Kindergartenmutter, die vor einigen Wochen angefangen hat Fußmatten zu weben, ist inzwischen gut damit beschäftigt, den vielen Aufträgen nachzukommen.
Wir sind alle total ermutigt, wie gut ihr kleines Geschäft angelaufen ist. Am meisten ist wohl sie selber ermutigt.
Es öffnet sich eine Tür nach der anderen für sie.
Ende des Monats ist sie angefragt, bei einer Frauenkonferenz einen Stand zu haben.
Eine philippinische Designerin, die gerade für einige Monate in London lebt, ist total berührt
von der Geschichte, die hinter den Fußmatten steckt. Sofort zeigte sie Fotos von den Fußmatten auf einer "Fair Trade" Messe. Sie ist Christ und ihr Herz schlägt dafür, Frauen im Slum in genau solchen Projekten anzuleiten und deren Produkte zu vermarkten. Wir sind im Gespräch darüber, wie eine Zusammenarbeit aussehen kann.
Eine philippinische Stiftung hat angefragt, ob sie die Mutter einladen könnte, damit sie Jugendlichen im Slum beibringt, wie man die Fußmatten webt.
Vor ein paar Tagen fuhren wir gemeinsam zum Markt, um Stoffreste zu kaufen.Vorbei an diversen Ständen gingen wir zu einem Hinterhof, wo sich Berge von Stoffresten türmten. Bei fast 40 Grad Hitze suchten wir die geeigneten Farben und Stoffe aus und beluden das Auto mit knapp 70kg Stoffresten.
Auf dem Heimweg erzählte die Mutter: "Mein Leben hat eine Kehrtwende genommen. Früher war ich spielsüchtig. Wenn meine Freundinnen mich jetzt zum Zocken einladen, dann sage ich ihnen:"Ich habe mich verändert und spiele nicht mehr." Sie kommen immer wieder, aber ich will damit nichts mehr zu tun haben.
Mein ältester Sohn (12J.) hat inzwischen auch gelernt, wie man die Matten webt und er ist total begeistert bei der Sache. Früher hatte er nichts anderes als Computerspiele im Kopf und oft ist er direkt nach der Schule in´s Internet Cafe gegangen. Jetzt ist er nur noch zu Hause und webt Fußmatten. Er ist der Kreative in unserer Familie. Er liebt es, neue Designs auszuprobieren, die er mir dann wiederum beibringt. Er hat ein Auge dafür, was gut aussieht. Wenn
er erwachsen ist, will er nun Kunst studieren.
Ich habe mir jetzt auch überlegt, dass es gut wäre, wenn ich von dem Geld was ich verdiene, etwas zur Seite lege für die Ausbildung meiner Kinder."
Wir freuen uns mit der Mutter und unterstützen sie, wo wir können.