Sonntag, 28. Februar 2016

Das Familienfest

In einem Treffen mit meinem Pastor und seiner Frau kam vor einigen Wochen die Idee auf, ein Fest für die Familien der Kindergartenkinder zu veranstalten. Es sollte eine Veranstaltung sein, zu der auch die Väter der Kinder kommen würden. Diese sehen wir so gut wie nie- wenn wir sie bei unseren Hausbesuchen mal antreffen, sind sie oft betrunken.
Das Fest sollte auf dem Spielplatz einer amerikanischen Schule stattfinden, ca. 40 Minuten Fahrt vom Slum entfernt. Eine logistische Herausforderung, denn die Schule ist nicht mit
Spaß bei den Spielen
öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und insgesamt waren über 80 Kinder und Erwachsene eingeladen!

Ein solches Fest organisiere ich nicht gerade jeden Tag und als es an die Planung ging, wurde ich schon etwas nervös...Was ich dann jedoch erlebte, hat alle meine Erwartungen übertroffen. Die Leute aus der Gemeinde waren total begeistert und es haben sich so viele Freiwillige gemeldet, dass wir bei über 40 Helfern anderen dankend absagten!! Die Helfer waren hoch motiviert, zuverlässig, engagiert
Familienfoto
und haben die Ausführung von dem Fest praktisch komplett übernommen. Eine Familie kochte das Essen, eine Gruppe organisierte ein evangelistisches Programm für die Kinder, andere haben die Spiele übernommen usw.
Sachspenden für Preise und Verlosung wurden kistenweise bei mir abgeliefert, zum Teil von der Gemeinde, zum Teil vom Bürgermeister, zum Teil von der Firma Palmolive, die uns großzügig mit Hygieneartikel für die Familien beschenkte. 
Dann gab es noch die Herausforderung, den Transport zu
Glückliche Kinder!
organisieren. Auch hier gab es eine schnelle und unkomplizierte Lösung, mit der wohl niemand von uns gerechnet hatte: vor einigen Wochen berichtete der Seniorpastor meiner Gemeinde im Gottesdienst von unserer Arbeit. Daraufhin wurden wir vom Bürgermeister kontaktiert- dieser war "zufällig" an jenem Sonntag im Gottesdienst anwesend. Nachdem er von uns hörte, wollte er sich mit uns treffen um zu sehen, wie auch er helfen kann. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: in dem Treffen sagte er uns, dass wir ihm doch bitte eine "Wunschliste" mailen sollen mit
Snack
den Dingen, die wir brauchen!! Auf die Wunschliste setzten wir also u.a. den Bustransport für das Familienfest und siehe da- unsere Familien wurden mit einem klimatisierten Bus der Stadt Antipolo abgeholt und wieder in den Slum zurück gebracht!!!Was für ein Bild!!!
Das Fest war ein voller Erfolg. Fast alle Familien waren komplett und alle genossen das Essen, den Spielplatz und das Programm.
Die Spiele wurden von einer Zumba Trainerin angeleitet- da ging die Post ab!!!

Die Eltern hören gespannt zu
Die Filipinos lieben es, fotografiert zu werden und so wurden natürlich von jeder Familie ein Familienfoto gemacht.
Ein Highlight des Festes war die evangelistische Botschaft und das Zeugnis einer unserer Pastoren und seiner Frau. Dieser Pastor war selber drogenabhängig, saß im Knast, hatte Anzeigen wegen Mord, Autodiebstahl und noch so einiges mehr. Durch die Drogensucht und seine vielen Affären war die Ehe total am Ende.
Nachdem zunächst seine Frau gläubig wurde, ging er irgendwann einfach mal mit in den Gottesdienst, woraufhin sich
Pastor Danny
sein Leben schlagartig veränderte. Auch er wurde gläubig, die Ehe wurde wiederhergestellt und Pastor Danny übersieht nun die Tochtergemeinden in unserer Gegend, außerdem hat er einen Gefängnisdienst und ein Kinderheim aufgebaut.
Unsere Eltern waren tief berührt, konnten sie sich doch mit vielen Dingen gut identifizieren. Sie haben Hoffnung bekommen, dass Veränderung möglich ist und alle haben im Gebet ihr Leben Gott anvertraut. In Kleingruppen wurde nach der Botschaft über das Gehörte ausgetauscht und die Eltern wurden eingeladen, an einer Art Glaubensgrundkurs teilzunehmen.
Glücklich und mit neuer Zuversicht gingen die Familien nach Hause.