Freitag, 20. November 2015

Update Bauprojekt

Anfang des Jahres fingen die Bauarbeiten für unser Mehrzweckgebäude im Slum an. In dem zweistöckigen Gebäude wird genügend Platz sein für unsere Arztpraxis und die Kindertagesstätte.
Zur Zeit teilen wir uns als Dienst die angemieteten Räume.
Dies bedeutet, dass wir die Kita momentan nur an drei Tagen in der Woche öffnen können. An diesen Tagen müssen wir am Morgen alle Spielsachen im Gruppenraum herrichten und diese am
Nachmittag komplett wieder wegräumen. Wir freuen uns also schon jetzt auf den Umzug! Dann können wir die Kinder an fünf Tagen in der Woche betreuen und haben unseren eigenen Gruppenraum.
Der zukünftige Gruppenraum der Kita
Im Slum zu bauen bringt so einige Herausforderungen mit sich. Momentan laufen die Vorbereitungen für den Bau einer sieben Meter hohen Feuermauer- eine Auflage der örtlichen Behörden. Wenn im Slum ein Feuer ausbricht hat dies oft verheerende Folgen. Bis irgendwann mal die Feuerwehr auftaucht, sind oft
viele Hütten komplett abgebrannt. Es ist also einleuchtend, dass wir diese Auflage bekommen haben.
Nun gibt es allerdings ein Problem: für den Bau der Feuermauer muss unsere bisherige Mauer abgerissen
werden. Diese wird aber auch gleichzeitig als Hauswand von unseren Nachbarn genutzt...eine komplizierte Situation, wie man sich vorstellen kann.
Unsere Nachbarn
Nach dem Bau der Feuermauer steht der Bau der Stützmauer an. Wir bauen in einem Gebiet, wo es immer mal wieder Erdrutsche gibt und unser Grundstück liegt an einem sehr steilen Hang. Auch die Stützmauer ist also unbedingt notwendig. Hierfür beantragen wir gerade die Baugenehmigung. Bitte betet mit uns, dass wir Gunst haben bei den Behörden und wir die Genehmigung schnell und problemlos bekommen.
Um den Bau fertigstellen zu können, fehlen uns noch einige Spenden. Wer uns hierbei unterstützen möchte, kann dies über mein Projektkonto tun- Spendenbescheinigungen werden natürlich ausgestellt:
Mauer und Hauswand

Empfänger: VDM e.V.
Volksbank Syke
BIC GENODEF1SHR
IBAN DE33 2916 7624 0012 5776 00
Verwendungszweck: Hilfe für Kinder im Slum- AC367400

Ein anderer Blickwinkel...

Montag, 9. November 2015

Ein Ausflug in die Gemeinde

Manila ist eine Stadt von Extremen. Es gibt extreme Armut und extremen Reichtum. Die Kluft zwischen Reich und Arm ist groß, Straßenkinder sind nicht gerne gesehen und werden oft verachtet. In der nächsten Woche wird in Manila ein Spitzentreffen stattfinden und die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtour. U.a. werden Straßenleute knapp 80€ geschenkt bekommen mit der Bitte, sich doch für die Zeit des Treffens eine Hütte anzumieten, anstatt am Straßenrand zu schlafen.
Die Philippinen sind auch ein christliches Land. Es gibt es zahlreiche Gemeinden- sozusagen an jeder Ecke. Es gibt Gemeinden in den Slums, in denen man so gut wie nie Leute aus der oberen Schicht antreffen wird. Dann gibt es die "reichen" Gemeinden, in denen die Gottesdienste ausschließlich in Englisch gehalten werden und wo die Menschen aus den Slums schon alleine dadurch ausgeschlossen werden.
Selten kommt es vor, dass die Reichen auf die Armen zugehen- dies trifft leider auch auf viele Gemeinden zu. Die Angst vor Kriminalität und ansteckenden Krankheiten sitzt tief.
Ich gehe in eine Gemeinde, die sich sehr darum bemüht eine Gemeinde für alle Schichten zu sein. Jeder soll sich willkommen fühlen und es wird viel Wert darauf gelegt, dass man allen Besuchern mit Respekt und Wertschätzung begegnet. Es gibt Gottesdienste und Kleingruppen in der Landessprache, Straßenkinder werden abgeholt und in den Kindergottesdienst integriert und es gibt zahlreiche Projekte, wo Kinder, Jugendliche und deren Familien in den Slums erreicht werden und ihnen auch ganz praktisch durch Nachhilfezentren im Slum, Schulpatenschaften, praktische Ausbildungen u.Ä. geholfen wird.
Vor Kurzem haben wir mit unserer Kindergartengruppe einen Ausflug in die Gemeinde gemacht. Dort gibt es nämlich einen phänomenalen indoor Spielplatz, den wir benutzen durften- ein Paradies für Kinder!
Es hat mich sehr berührt, wie unsere Kinder willkommen geheißen wurden. Gleich drei Mitarbeiter kamen, um uns nicht nur zu begrüßen, sondern auch um mit den Kindern zu spielen und Zeit mit ihnen zu verbringen.
Die Kindergartenkinder waren überglücklich und genossen jede Minute. Sie durften erleben, dass sie in der Gemeinde geliebt und willkommen sind- eine Erfahrung, die sie so schnell nicht vergessen werden!