Freitag, 26. Juni 2015

Die erste Zahnbürste...der erste Ausflug...

Die Kinder in unserer Spielgruppe erleben viele neue Dinge. Vieles, was für Kinder in Deutschland selbstverständlich ist, ist für Kindern die im Slum aufwachsen gar nicht selbstverständlich.
Unsere Spielgruppe ist bereits wie eine Kindergartengruppe aufgebaut und findet momentan- da die Arztpraxis in der Urlaubszeit geschlossen ist- vier Mal in der Woche statt. Die Kinder bleiben über Mittag und essen auch bei uns. Vor kurzem haben wir nun das Zähneputzen eingeführt.
Jedes Kind hat ein kleines Körbchen mit seiner Zahnbürste, Zahnpasta und Handtuch. Diese wurden von den Müttern sehr bewundert. Wenn sie nun bei ihren Nachbarn "Werbung" für uns machen, hört man meistens Aussagen wie: "Die kümmern sich wirklich gut um die Kinder. Die Kinder haben sogar ihr eigenes Handtuch, ihre eigene Zahnpasta und Zahnbürste. Und Vitamine bekommen sie auch."
Als ich die Körbchen zurecht machte, forderte ich einen 5-jährigen Jungen auf, sich seine Zahnbürste auszusuchen. Er schaute mich nur fragend an und hatte keine Ahnung, was eine Zahnbürste ist und was man damit macht. So ging es fast allen Kindern!

Die meisten Kinder kennen nichts anderes als ihr Slumgebiet.  Um ihren Horizont zu erweitern und ihnen zu zeigen, dass es noch mehr gibt als die Lastwagen, die tagein tagaus durch den Slum zur Zementfabrik brettern, haben wir beschlossen regelmäßig Ausflüge zu machen.
Vor ein paar Tagen war es also soweit- wir fuhren mit einem Teil der Gruppe auf den Spielplatz einer nahegelegenen amerikanischen Schule. Ca. 20km Fahrt war wie eine Weltreise für die Kinder.
Am Spielplatz angekommen war die Begeisterung riesig- so etwas hatten sie noch nie gesehen und erlebt! Die Freude der Kinder beim Klettern, Schaukeln, Rutschen und Spielen zu erleben war einfach einmalig!!!
















Mittwoch, 10. Juni 2015

Geben ist seliger als Nehmen!

Unsere Arbeit unter den Kindern von Solid Cement wird komplett aus Spenden finanziert. Diese kommen überwiegend aus Deutschland.
Es freut mich jedes Mal sehr, wenn Filipinos Verantwortung für ihre Landsleute übernehmen, und wir hier vor Ort (Sach)Spenden bekommen. Leider kommt dies nicht sehr oft vor.
Umso mehr überraschte mich eine Nachricht von einer Mutter aus Solid Cement. Das Team der Rapha Clinic konnte ihr und ihren Kindern schon oft helfen und sie hat eine herzliche Beziehung zu allen Mitarbeitern. Zwar geht es ihr und ihrer Familie materiell etwas besser, als den meisten Familien in ihrer Nachbarschaft, trotzdem sind sie für deutsche Verhältnisse arm und ihr Alltag ist sehr herausfordernd.
Mit großem Interesse verfolgt sie die Entwicklung unseres Dienstes, hat sie doch selber ein großes Herz für arme und vernachlässigte Kinder.
So schrieb sie mir gestern:"Ich habe gesehen, dass ihr den Kindern in der Spielgruppe eine warme Mahlzeit gebt. Früher waren wir auch sehr arm. Wir hatten noch nicht einmal genügend Geld, um unserem Sohn Flip Flops zu kaufen. Die Leute haben uns verachtet wegen unseren Lebensumständen. Dann habe ich gebetet, dass Gott meinem Mann doch Arbeit geben würde. Gott hat mein Gebet erhört. Langsam aber sicher ging es bergauf und heute können wir sogar anderen helfen, denen es schlechter geht als uns. Ich bin Gott so dankbar und ich bin auch euch so dankbar für eure Hilfe! Ich würde euch gerne Reis und Milchpulver spenden für die Kinder."
Strahlend kam sie also heute in die Rapha Clinic, bepackt mit Milchpulver und 20 Kg Reis!