Montag, 20. April 2015

Sommerferien im Slum

Spaß mit der Murmelbahn
Auf den Philippinen haben die Kinder gerade Sommerferien. Familien die es sich leisten können verbringen ein paar Tage am Strand oder im kühlen Bagio- eine willkommene Abwechslung bei den derzeitigen Temperaturen.
Von Strand, Meer und frischer Luft können die Kinder im Slum von Solid Cement nur träumen. Ihr Sommerprogramm bietet neben Wäsche waschen am Fluss, auf die jüngeren Geschwister aufpassen, kochen, "Ice candy" verkaufen o.Ä. wenig Abwechslung.
Schlüsselanhänger basteln
Außer einem Basketball Platz gibt es keine Freizeitangebote für die Kinder. Kein Spielplatz, kein Jugendraum, kein Freibad. Keine Kinderfreizeit, keine Bibelferienwoche oder sonstige Höhepunkte.
Es hat sich schnell herumgesprochen, dass es seit Kurzem Spiel- und Bastelangebote im Wartebereich der Rapha Clinic gibt. Ursprünglich waren diese gedacht für die Kinder, die zur Untersuchung kommen und zum Teil sehr lange warten müssen.
Bügelperlen sind der Hit!
Mittlerweile kommen auch andere Kinder aus dem Slum, die sich riesig über unsere Angebote freuen.
Oft warten die Kinder schon ungeduldig bis wir kommen und es gab schon so manches Mal Tränen, weil die Kinder gerne noch länger bleiben wollten.
Kids Praise!
Einmal in der Woche halten wir nun auch eine mobile Kinderkirche ab, an verschiedenen Plätzen im Slumgebiet. Die Kinder kommen uns bereits entgegen gerannt, wenn sie uns von Weitem kommen sehen. Voller Begeisterung sind sie dabei wenn wir singen, spielen, beten und Geschichten aus der Bibel hören.

Wir freuen uns, dass wir diesen Kindern ihre Sommerferien verschönern können!





Freitag, 10. April 2015

Update Neubau


Der Neubau wächst langsam aber sicher. Momentan werden die Wände vom zweiten Stock hochgezogen.
Die Arbeiter leisten bei den momentanen Temperaturen (zwischen 30 und 35 Grad) Schwerstarbeit.
Ziel ist es, bis zu Beginn der Regenzeit (im Juni) das Dach fertig zu haben.
Der Hauptraum der Kita
Bei der letzten Vereinssitzung haben wir einstimmig beschlossen, dass auch die Kita in den Neubau ziehen wird.
So werden die Räumlichkeiten im ersten Stock für die Arztpraxis sowie für Gemeindetreffen genutzt werden.
Der zweite Stock wird zum Großteil für die Kita genutzt werden. Außerdem wird es dort einen Jugendraum sowie einen Mehrzweckraum geben.
Wir freuen uns über jeden Fortschritt und hoffen, dass wir in einigen Monaten umziehen können.
Falls jemand für den Neubau spenden möchte, ist dies über mein Projektkonto möglich.
Der Ausblick vom zweiten Stock...


Mittwoch, 1. April 2015

Hausbesuche im Slum

Zusammen mit einer philippinischen Mitarbeiterin besuche ich regelmäßig die Kinder und ihre Familien im Slum.
Viele Patienten der Rapha Clinic leben sehr abgelegen und es ist immer wieder ein kleines Abenteuer, bis wir die Familie gefunden haben. Es gibt keine Straßennamen und Hausnummern. Dafür aber Orientierungen wie "Immer geradeaus bis zum Akazienbaum". Am Akazienbaum fragt man sich dann weiter durch.
Hinzu kommt, dass viele Hütten an steilen Hängen gebaut sind. So krachseln wir manchmal buchstäblich über Stock und Stein und ab und zu kommt noch eine Flussüberquerung hinzu an Stellen, wo es keine Brücke gibt.
Die Mütter freuen sich immer sehr, wenn wir kommen und einfach Anteil nehmen an ihrem Leben. Nicht selten schütten sie uns ihr Herz aus. Ihr Alltag ist oft ein Kampf um´s Überleben.
Die Kinder sind begeistert, wenn wir etwas zum Spielen oder ein Bilderbuch mitbringen. Solche Kleinigkeiten bringen etwas Abwechslung in ihren Alltag.
Vor einigen Tagen besuchten wir ein kleines Mädchen, welches wir gerne in der Tagesstätte aufnehmen würden. Zusammen mit ihren Eltern lebt sie in einer ca. 3qm großen Bambushütte.
Wir saßen keine zwei Minuten vor der Hütte, als eine Mutter (die sich einfach zu uns gesellte) entdeckte, dass ich ein Bilderbuch mit biblischen Geschichten dabei hatte. Sie war so begeistert darüber, dass sie sofort alle Kinder aus der Nachbarschaft zusammenrief: "Hey, kommt alle her, hört euch mal an was die Ate ("Große Schwester") zu sagen hat!"
Ruck Zuck war ich umringt von ca. 15 Kindern, die mich erwartungsvoll anschauten und gespannt zuhörten.
Wir lasen eine Geschichte nach der anderen, sangen zusammen und hatten viel Spaß, als ich am Ende noch meine Kamera hervorholte.
Die Mütter unterhielten sich unterdessen mit der philippinischen Mitarbeiterin über Gott und die Welt.
So wurde aus dem Hausbesuch ein spontaner Mini-Kindergottesdienst, der sicher nicht der Letzte sein wird!