Mittwoch, 24. Januar 2018

Höhlenerkundung

Heute haben wir mit einer kleinen Gruppe der Kindergartenkinder eine nahegelegene Höhle erkundet. Es war das erste Mal für diese
Kinder, eine Höhle zu besichtigen. Sie waren ganz aufgeregt und auch etwas ängstlich. Als wir tiefer in die Höhle hineinkamen, sagte ein Mädchen:"Hier finden wir nicht mehr heraus!". Gleichzeitig waren sie fasziniert von den glitzernden Felsen, den Geräuschen der  Fledermäusen und dem, was es dort sonst noch so zu sehen und hören gab.
Sie waren alle froh, dann wieder das Tageslicht zu sehen, aber begeistert von dem Abenteuer Höhle.
Anschließend haben wir den kleinen Berg (oder eher gesagt den Hügel...), in dem die Höhle sich befindet, bestiegen. Dies war ziemlich herausfordernd für die Kinder, denn zum Teil ist der Weg sehr steil und felsig. Oben angekommen waren die Kinder überwältigt von der Aussicht und total stolz, dass sie den Aufstieg geschafft hatten!
Zurück im Kindergarten erzählten sie den anderen Kindern und ihren Müttern ganz begeistert von ihren Erlebnissen.
Bedingt durch ihren Hintergrund sind unsere Kinder eher
schüchtern und ängstlich. Es freut mich immer wieder, wenn wir den Kindern durch solche Aktivitäten Erfolgserlebnisse geben können, die ihr Selbstvertrauen stärken.




































Dienstag, 26. Dezember 2017

"Kann ich meine anderen Enkel auch bei euch anmelden?"

Vor einigen Monaten nahmen wir den kleinen Elia (Name geändert) im Kindergarten auf. Schnell merkten wir, dass die Betreung von Elia sehr herausfordernd war. Mit seinen gerade mal zweieinhalb Jahren besaß er einen ungemein großen Wortschatz an Fluchwörtern und legte sich mit allen an- einschließlich den Mitarbeiterinnen. Wenn er es als notwendig empfand, setzte er sich auch mit Fäusten zur Wehr. Zuhause war er "der kleine Freche", der auch öfter mal den Hintern versohlt bekam.
Immer wieder nahmen wir ihn zur Seite, redeten mit ihm und ermutigten ihn. In den ersten Wochen brauchte er mehr oder weniger Einzelbetreuung.
Als er wieder einmal etwas angestellt hatte und ich ihn zu mir rief, hielt er sofort schützend die Hände vor sein Gesicht- zu Hause hätte er jetzt eine geknallt bekommen und damit hatte er nun auch im Kindergarten gerechnet. Als ich ihm sagte, dass er bei uns keine Schläge bekommen wird und wir ihn lieb haben, beruhigte er sich. Über die letzten Wochen konnten wir langsam aber sicher Veränderung in seinem Verhalten sehen. Jeden Morgen begrüßt er mich freundlich, mit einem breiten Grinsen und Handschlag. Er streitet sich nur noch selten mit anderen Kindern und hat gelernt sich in die Gruppe einzufügen.
Vor Kurzem sprach sein Opa eine unserer Mitarbeiterinnen an:"Sagt mal, habt ihr noch Platz im Kindergarten? Der Elia hat sich ja so verändert. Er ist ein ganz lieber Junge geworden und flucht nicht mehr. Kann ich meine anderen Enkel auch bei euch anmelden?"

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Unterwegs im Slum

In den letzten Tagen waren wir als Team im Slum unterwegs. An verschiedenen Plätzen führten wir Kindergottesdienste und Hausbesuche durch und gaben Weihnachtsgeschenke an insgesamt 500 Kinder aus. Die Kinder haben sich riesig gefreut!
Die Mitarbeiterinnen des Kindergartens haben die Einsätze mit Begeisterung durchgeführt. Ich bin so dankbar für die Frauen. Sie sind immer bereit eine Extrameile zu gehen, um den Kindern im Slum zu helfen und sie mit dem Evangelium zu erreichen!

Sonntag, 26. November 2017

"Das ist für meine Mama"

Bei uns haben die Weihnachtsaktivitäten für die Kinder im Slum begonnen. Durch diverse Weihnachtsfeiern, mobile Kinderkirchen und Hausbesuche im Slum werden wir in den nächsten Wochen mehrere hundert Kinder mit dem Evangelium erreichen und sie beschenken können.
Gestern hatten wir die erste Weihnachtsfeier für die Kindergartenkinder. Diese wurde von einem lokalen Versicherungsbüro gesponsort. Zum Mittagessen gab es Spagettis und Hühnchen von "Jollibee", einer philippinischen Fastfood Kette.
Jedes Kind auf den Philippinen liebt Jollibee und für die Kinder im Slum ist dies etwas ganz Besonderes. Dementsprechend begeistert waren sie, als sie das Essen sahen.
Obwohl die Kinder alle hungrig waren und für etliche das Mittagessen im Kindergarten die letzte Mahlzeit am Tag ist, aßen die meisten nur eine Gabel voll Spagettis. Dann packten sie alles sorgfältig zusammen und bestanden darauf, den Rest mit nach Hause zu nehmen. Sie wollten es mit ihren Geschwistern und Eltern teilen. Ein Junge sagte: "Das bringe ich meinem Papa mit. Der ist krank, das hilft ihm vielleicht wieder gesund zu werden." Ein anderer Junge murmelte vor sich hin: "Das will ich der Mama geben. Das ist für meine Mama."
Es hat uns sehr berührt, dass sie das Essen kaum anrührten, um es mit ihrer Familie zu teilen!


Montag, 18. September 2017

Der Spielplatz

Schon vor unserem Umzug in das neue Gebäude haben wir von einem kleinen Spielplatz geträumt. Öffentliche Spielplätze gibt es hier so gut wie keine und schon gar nicht in einem Slumgebiet.
Vor Kurzem war es endlich soweit: die Spielgeräte wurden geliefert
und aufgebaut. Die Freude der Kinder und Mütter war filmreif! Selbst ein Vater kam und fragte, ob er sich zusammen mit seiner Tochter vor den Spielgeräten fotografieren lassen könnte.
Seitdem wird der Spielplatz rege genutzt, entweder von den Kindergartenkindern oder von den kleinen Patienten, die auf ihre Untersuchung warten, während der Praxiszeiten.
Es ist eine Freude den Kindern beim Klettern und Rutschen zuzuschauen und zu sehen, wie begeistert sie sind!
Ein großes Dankeschön an alle, die dieses Projekt durch Spenden ermöglicht haben!

Montag, 4. September 2017

Music is fun!

Die meisten unserer Kindergartenkinder sind sehr vernachlässigt
und zurückgeblieben in ihrer Entwicklung. Es ist leider keine Seltenheit, dass wir 3-Jährige aufnehmen, die noch kein Wort
sprechen. Es ist immer wieder eine Herausforderung, Wege zu finden, die Kinder zu fördern. Musik ist ein fantastisches Mittel, um Kinder in allen möglichen Bereichen zu fördern und ein fester Bestandteil unseres Kindergartenalltags.
Letzte Woche hatten wir Bethel Schnitzlein zu Besuch, die
musikpädagogisch mit Kindern arbeitet. "Music is fun!", so lautete der Workshop, den sie für unsere Kindergartenkinder durchführte. Drei Stunden lang wurden Lieder, Bewegung und Rhythmik erarbeitet. Die Kinder hatten großen Spaß dabei und konnten viel lernen!

Sonntag, 2. Juli 2017

Ein ganz normaler Samstag...

Samstags ist bei uns einiges los. Es kommen insgesamt an die 70 Kinder und Jugendliche aus dem Slum, um an den verschiedenen
Programmen teilzunehmen.
Da sind die Kindergartenkinder und auch einige ehemalige Kindergartenkinder, die samstags mitkommen dürfen, weil sie ja keine Schule haben.
Dann gibt es eine Gruppe von 9-12 Jährigen, die zu unserem sog.
Health Club kommen. Hier lernen die Kinder Grundlagen von Ernährung, Hygiene und sogar Erste Hilfe. Zum Beispiel bekommen sie beigebracht, wie man eine Elektrolytlösung mischt, wenn jemand in der Familie Durchfall hat und wie man Wunden versorgt. Der Kurs dauert drei Monate und am Ende bekommen sie eine Urkunde, ein Tshirt und ein Erste Hilfe Paket für ihre Familie.
Wenn die Kinder wollen, haben sie anschließend die Möglichkeit an
dem sog. Bible Club teilzunehmen. Dieses Angebot wird normalerweise von fast allen Kindern angenommen. Auch dieser streckt sich über 3 Monate und die Kinder gehen chronologisch durch die Bibel. Dazu gibt es Spiele, Videos, es wird gebastelt und gesungen. Auch hier gibt es zum Abschluss eine Urkunde und jedes Kind bekommt eine Bibel geschenkt. Nachdem die Gruppe beide Kurse durchlaufen hat, werden die Kurse für eine neue Gruppe Kinder gestartet.
Die Kinder, die den Bibelkurs abgeschlossen haben, können dann in die Jugendgruppe kommen, die sich auch samstags in unserem
Jugendraum trifft. Hier bieten wir eine Art Alphakurs für Jugendliche an. Außerdem haben wir eine kleine Bücherei und mehrere Computer mit Lernprogrammen, die den Jugendlichen zur Verfügung stehen um Englisch zu lernen.
Immer wieder haben wir samstags auch Freiwillige oder Gruppen aus verschiedenen Gemeinden zu Besuch, die uns helfen und ein
Programm für die Kinder organisieren.
Gestern kam ein Team aus einer Baptistengemeinde, welches verschiedene Mal- und Bastelangebote für die Kinder durchgeführt hat. Hierzu konnten wir auch einige ältere Geschwister einladen.
Eine Medizinstudentin aus England, die gerade ein Praktikum bei uns macht, führt Aktivitäten mit den Jugendlichen durch und bringt ihnen Englisch bei.
Andere kommen, um den Geburtstag ihres Kindes bei uns im Kindergarten zu feiern.
Wir freuen uns sehr, dass unser Zentrum mit Leben gefüllt ist (auch an Wochentagen) und wir sehr viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit dem Evangelium und ganz praktischer Hilfe erreichen können.