Samstag, 12. Mai 2018

Mercy meals

Viele unserer Kinder kommen regelmäßig hungrig in den Kindergarten. Obwohl sie bei uns Obst und Milch zum Frühstück bekommen, warten einige Kinder schon morgens sehnsüchtig auf
das Mittagessen. Dann gibt es nämlich Reis, das Hauptnahrungsmittel auf den Philippinen. Jeden Monat kaufe ich 1-2 Säcke Reis (jeweils 50KG) für den Kindergarten.
Vor kurzem bekamen wir von einer lokalen Stiftung eine große Spende Reis, über die wir uns sehr gefreut haben. Unser Auto wurde vollgeladen mit den sogenannten "Mercy Meals", eine Reismischung welche angereichert ist mit Vitaminen und Proteinen. Dies ist eine große Hilfe für uns im Kindergarten, aber auch für sehr arme Familien im Slum. Bei unseren Hausbesuchen konnten wir einige der Mercy Meal Päckchen verteilen.
Wir besuchten u.a. die kleine Analyn (Name geändert), eines unserer Kindergartenkinder. Ihre alleinerziehende Mutter muss arbeiten, um ihre sechs Kinder im Alter von 1-13 Jahren zu ernähren. Wie fast immer, wenn wir die Familie besuchen, waren die Kinder sich selber überlassen. Der älteste Bruder gibt sein Bestes, um sich um seine kleinen
Geschwister zu kümmern. Er ist ein Held! Sehr dankbar nahmen die Kinder den Reis entgegen. In der nächsten Zeit werden wir auch den kleinen Bruder von Analyn im Kindergarten aufnehmen. Auch er ist klein, unter- und mangelernährt mit einem dicken Bauch, der offensichtlich voller Würmer ist. Bitte betet mit uns für unsere Kindergartenkinder und deren Familien!

Montag, 23. April 2018

Hausbesuche

Im Juni werden 12 unserer Kindergartenkinder in die Vorschule kommen. Somit werden wir in den nächsten Wochen einige neue
Kinder aufnehmen. Die Warteliste ist endlos lang und es ist nicht einfach zu entscheiden, welche Kinder einen Kindergartenplatz bekommen sollten.
Um uns ein Bild von der Familiensituation machen zu können, besuchen wir die Kinder, die auf unserer Warteliste stehen. Vorrang haben Waisenkinder, Geschwisterkinder, Kinder die aus besonders armen Familien kommen und/oder vernachlässigt sind. Heute haben
wir die kleine Ella und ihren Cousin besucht. Ella wächst bei ihrer Oma auf- ihre Mama ist vor zwei Jahren gestorben. Ihr Onkel hat die beiden Kinder vor über einem Jahr auf die Warteliste setzen lassen und uns immer wieder gebeten, doch die beiden Kinder aufzunehmen. Um zu ihrer kleinen, abgelegenen Bambushütte zu kommen, geht es auf einem Trampelpfad über Stock und Stein- Flussüberquerung mit inbegriffen. Ella läuft uns flinkt vorraus um uns den Weg zu zeigen, wir können kaum Schritt halten mit ihr.
Man kann nur erahnen, wie rutschig und schlammig der Weg in der Regenzeit ist...
Danach besuchen wir die kleine Dani. Ihre Familie wohnt in einer winzigen Hütte,  welche notdürftig aus Brettern, Sperrholz und etwas Blech gebaut ist. In diesem Gebiet sind die Hütten auf
engstem Raum nebeneinander gebaut.
Durch enge Gassen, die zum Teil auch als Abwasserkanal dienen, gehen wir weiter, um den kleinen Joey zu besuchen.
Da gerade Sommerferien sind, treffen wir an fast jeder Ecke Kinder und Jugendliche, die unsere diversen Programme wie den Erste Hilfe Kurs oder Bibelkurs für Kinder durchlaufen haben. Die Kinder freuen sich, uns zu sehen und kurz mit uns zu plaudern.
Wir machen auch einen Abstecher zu Linda's Familie. Linda hat ein großes Herz für Kinder in Not und hat vier Kinder aus ihrer Verwandschaft in ihre Familie aufgenommen, deren Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht um die Kinder kümmern können. Kommentar von ihrem Mann: "Jetzt haben wir bewusst nur drei
Kinder bekommen, und nun entwickelt sich unser Haus zu einem Kinderheim!". Es freut mich zu sehen, wie Linda sich um diese Kinder wie um ihre eigenen Kinder kümmert. Sie ist immer gut gelaunt und scheint eine endlose Energie zu haben.
(Alle Namen wurden geändert)

Donnerstag, 19. April 2018

Ein Ausflug in's Schwimmbad

Vor einigen Tagen wurden die Kindergartenkinder von einer
Familie aus der Gemeinde zum Schwimmen eingeladen. Die Kinder waren total begeistert und aufgeregt. Schon Tage vorher fragten sie immer wieder, wann es soweit sei.
Für etliche war es das erste Mal, dass sie in einem Schwimmbad waren. Ausgerüstet mit vielen Schwimmflügeln, Schwimmreifen
und Wasserspielzeug fuhren wir früh morgens los.
Es war schön zu beobachten, wie fröhlich die Kinder waren. Ein Mädchen, welches normalerweise kaum lacht, war überglücklich und ausgelassen.
Es ist immer eine (lohnende) Herausforderung, solche Ausflüge für 30 kleine Kinder zu organisieren. Ich war dankbar, dass die Familie nicht nur beim Transport mithalf, den Eintritt bezahlte, sondern auch noch ein phänomenales Frühstück und Mittagessen für alle vorbereitet hatte!!!

Sonntag, 8. April 2018

Dina's Auszeichnungen

Als Dina (Name geändert) vor drei Jahren zu uns in den Kindergarten kam, war sie ein extrem schüchternes und unsicheres Mädchen. Sobald sich ihre Mama (eine Mitarbeiterin im Kindergarten) auch nur wenige Meter von ihr entfernte, fing Dina an zu weinen und so manches Mal schmiss sie sich auch schreiend auf den Boden. 
In den darauffolgenden zwei Jahren konnten wir beobachten, wie Dina sich zu einem aufgeschlossenen und selbstbewussten Mädchen entwickelte. Sie hat viele Träume und ist sehr clever. Sie betet gerne für andere und liebt ihre Kinderbibel.
Vor zwei Wochen hat Dina die erste Klasse mit Bravour abgeschlossen. Am letzten Schultag bekam sie 19 Auszeichnungen- so viele, wie kein anderes Kind der gesamten Schule!
Die Mütter waren erstaunt und nachdem sie erfuhren, dass Dina zu uns in den Kindergarten ging, wollten einige gleich ihre Kinder bei uns anmelden.
Wir freuen uns mit Dina und ihren stolzen Eltern und sind dankbar für all die Kinder, in die wir durch unsere Arbeit investieren können.

Montag, 26. März 2018

Eine Schönheitskönigin zu Besuch

Venus wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen in der Provinz auf. Die kleine Bambushütte der Familie wurde bei Taifunen regelmäßig
zerstört. Ihren indischen Vater hat sie nie kennengelernt. Als Kind wurde sie oft gehänselt wegen ihrem dunklen Hautton und ihrer Größe.
Als sie nach Manila kam, um eine Ausbildung zur Flugbegleiterin zu machen, wurde ihr von Freunden vorgeschlagen, sich zur Wahl der Miss Philippines anzumelden.
Tatsächlich wurde sie in 2010 zur Miss Philippines gekrönt und nahm später in Amerika an der Wahl zur Miss Universe teil, wo sie den 4. Platz erreichte.
Zurück in Manila bekam sie Kontakt zu Missionaren aus Südafrika. Sie wurde in die Gemeinde eingeladen, hörte das Evangelium und wurde gläubig. Ihr Leben nahm eine Kehrtwende.
Venus geht in die gleiche Gemeinde wie ich und so lud ich sie ein,
unsere Arbeit im Slum zu besuchen und den Müttern und Jugendlichen aus ihrem Leben zu berichten.
Natürlich waren alle ganz aufgeregt und anstatt der 50 eingeladenen Frauen und Teenager kamen über 70. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, als Venus aus ihrem Leben erzählte. Die Frauen und Teenies konnten sich identifizieren, als Venus von der Armut berichtete, die sie in ihrer Kindheit erlebte. Sie erzählte, wie die Leere in ihrem Leben auch nicht durch Ruhm, Schönheit oder Männer ausgefüllt wurde.
Es war ein starkes Zeugnis als sie dann berichtete, wie sie gläubig wurde und wie ihr Leben sich daraufhin veränderte und Sinn bekam.
Durch ihre natürliche, fröhliche und nette Art erreichte sie die Herzen der Frauen und Jugendlichen und viele haben neue Hoffnung für ihr eigenes Leben bekommen.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Höhlenerkundung

Heute haben wir mit einer kleinen Gruppe der Kindergartenkinder eine nahegelegene Höhle erkundet. Es war das erste Mal für diese
Kinder, eine Höhle zu besichtigen. Sie waren ganz aufgeregt und auch etwas ängstlich. Als wir tiefer in die Höhle hineinkamen, sagte ein Mädchen:"Hier finden wir nicht mehr heraus!". Gleichzeitig waren sie fasziniert von den glitzernden Felsen, den Geräuschen der  Fledermäusen und dem, was es dort sonst noch so zu sehen und hören gab.
Sie waren alle froh, dann wieder das Tageslicht zu sehen, aber begeistert von dem Abenteuer Höhle.
Anschließend haben wir den kleinen Berg (oder eher gesagt den Hügel...), in dem die Höhle sich befindet, bestiegen. Dies war ziemlich herausfordernd für die Kinder, denn zum Teil ist der Weg sehr steil und felsig. Oben angekommen waren die Kinder überwältigt von der Aussicht und total stolz, dass sie den Aufstieg geschafft hatten!
Zurück im Kindergarten erzählten sie den anderen Kindern und ihren Müttern ganz begeistert von ihren Erlebnissen.
Bedingt durch ihren Hintergrund sind unsere Kinder eher
schüchtern und ängstlich. Es freut mich immer wieder, wenn wir den Kindern durch solche Aktivitäten Erfolgserlebnisse geben können, die ihr Selbstvertrauen stärken.